OFF GRID

Independent Foto
Festival Wien

Wolfgang Zurborn – Sehen statt bedeuten wollen. Fotografien 1981-2019

Donnerstag 09.09.2021 18:00 – 19:00

Location:

Festivalzentrale (GREEN DOOR artists space & gallery, Kempelengasse 8, 1100 Wien)

Info:

Es ist die Neugier auf eine unmittelbare Erfahrung von Lebensräumen die Wolfgang Zurborn schon über vier Jahrzehnte antreibt, fotografische Bilder zu schaffen, die uns mit irritierenden Ausschnitten, überraschenden Kompositionen und ungewöhnlichen Perspektiven aus dem routinierten Konsum der aufgeräumten Bilderwelten der Medien herausreißen. Diese visuellen Irritationen sind für ihn notwendig, um wieder hinschauen zu können auf das, was uns im alltäglichen Leben begegnet.Die Verrätselung der Sehweise will dabei nicht mystifizieren, sondern einen fragenden Blick evozieren, der sich nicht vorschnell zufrieden gibt, der immer weiter eindringt in die verschiedenen Schichten des Sichtbaren. Die Fotografie hat hierbei nicht die Funktion, eindeutige Interpretationen des Abgebildeten zuliefern, sonder dient vielmehr als Katalysator für die Fantasie der Betrachter:in.

In seinem Vortrag im Rahmen des Off Grid Festivals Wien gibt er einen Überblick auf seine fotografischen Arbeiten seit den 80er Jahren beginnend mit S/W-Fotografien im dokumentarischen Stil aus deutschen Freizeitwelten über geblitzte Farbfotografien von Menschenmassen bis hin zu der aktuellen Arbeit „Playtime“, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu verschwimmen beginnen.

Das Fotobuch als originärstes Ausdrucksmittel der Fotografie hat für Wolfgang Zurborn eine immer größere Bedeutung bekommen und so entwickelte er in seinen Publikationen der letzten Jahre einen sehr eigenständigen Stil des Bildedits.

Wolfgang Zurborn wurde 1956 in Ludwighafen am Rhein geboren. Er studierte von 1977 bis 1979 an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München und von 1979 bis 1984 an der FH Dortmund für Fotografie- / Filmdesign. 1985 wurde ihm der Otto-Steinert-Preis der
Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) verliehen als Unterstützung für sein Projekt Menschenbilder–Bildermenschen. 2008 erhielt er für seine Publikation Drift den Deutschen Fotobuchpreis. Bei dem Vonovia Award für Fotografie 2018 erhielt er eine Nominierung für seine Serie Playtime. Ausstellungen mit seinen fotografischen Arbeiten werden weltweit gezeigt.

Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit ist Wolfgang Zurborn ständig daran interessiert, den Reichtum des Mediums Fotografie in unterschiedlicher Form zu kommunizieren. So betreibt er zusammen mit Tina Schelhorn seit 35 Jahren die Galerie Lichtblick in Köln und hat dabei in ca. 200 Ausstellungen nationalen und internationalen Positionen zeitgenössischer Fotografie ein Forum geboten. 2010 gründete er die Lichtblick School. Seit 1998 ist er im Präsidium der Deutschen Fotografischen Akademie (DFA). Darüber hinaus hat er diverse Lehraufträge für Fotografie an deutschen Hochschulen und vermittelt seine Kenntnisse in vielen internationalen Workshops.

Vortragssprache: Deutsch

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Fotografie: Wolfgang Zurborn