OFF GRID

Independent Foto
Festival Wien

Schaufenstergalerie

Some days are diamonds – Helena Wimmer

„Ich begleite Menschen einen ganzen Tag lang mit der Kamera: im Alltag, vor einem Auftritt, auf Reisen, Zuhause. Ich dokumentiere Morgenroutinen, Essgewohnheiten, Begegnungen und nicht zuletzt auch die Umgebung. Das passiert teilweise im Dialog, teilweise aus einer stillen Beobachterrolle heraus. Mein Interesse gilt außergewöhnlichen Lebenswelten: beispielsweise von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen oder Menschen, deren Lebenskonzepte sich stark von gesellschaftlich vorgegebenen Mustern unterscheiden. Die Bilder sind eine emotionale Entdeckungsreise, ein interessiertes Studieren der Anderen, die sich von mir beobachten lassen.“ Fotodokumentarische Alltagsbilder, ein gemeinsamer Tag: Eine intensive Konstellation, gewährte Intimität und die Kamera als Rechtfertigung. Das Besondere ist die Nähe, die sofort entsteht – eine Ehrlichkeit die nur zwischen Fremden sein kann. In den sehr persönlichen Momentaufnahmen verdichtet sich die Poesie des Alltags. Banale Handlungen wirken intim, die Kamera bleibt auch dann, wenn man doch eigentlich wegsehen möchte. Die/der Betrachtete offenbart sich in der gesamten privaten Verletzlichkeit: Mal im bewußten Kontakt mit der Kamera – von Erzähllust und Zeigefreude getrieben – mal in der Selbstverständlichkeit einer Routine, still beobachtet, ein Schnappschuss. Irritierende Offenheit inmitten der omnipresenten Selbstdarstellung. Gezeigt werden unterschiedliche Lebensrealitäten. Neben den Portraitierten selbst tritt auch das Umfeld in den Fokus der fotografischen Arbeiten. Die Räume, die Dinge, Details – sie machen die Fotografien zu Zeitdokumenten, ermöglichen Rückschlüsse auf Zugehörigkeit und Lebensträume. Die Persönlichkeit wird intuitiv erfassbar. Die rauen, grobkörnigen Schwarzweiss-Fotografien sind inspiriert von der Punkfotografie der 70er-Jahre. Der bewußte Verzicht auf technische Perfektion wird zum Stilmittel erklärt, ermöglicht Spontanität und verdeutlicht die Unmittelbarkeit des Moments. In narrativen Bildfolgen verdichtet sich dieser Eindruck von Nähe und Berührbarkeit.

Ausstellungsdauer: 09.09.-31.10.2021, Täglich ganztägig

Info Schaufenstergalerie:

Die Schaufenstergalerie entstand als Reaktion auf die Covid19-bedingten Schließungen im Kunstfeld. Die 25 Schaufenster einer verwaisten Jugendstilfassade mitten im 7. Bezirk wurden zu gut einsehbaren Ausstellungsflächen, die rund um die Uhr besichtigt werden können.

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Helena Wimmer